Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen

Zusammenfassung

Im Russischen Altai können fünf rezente und drei letztglaziale morphologische Formungs- und Prozessregionen unterschieden werden (Abb. 1, weitere Informationen zum Projekt). Dabei zeigt die Gletscher-Schneegrenze mit ihrem meridionalen Verlauf und Anstieg nach Osten die abschirmende Wirkung des Altais für Niederschläge aus der Westwinddrift an. Dieser Effekt war zum Zeitpunkt der größten Eisausdehnung sogar noch größer als heute, wie es sich anhand der Schneegrenzdepressionen, die im Altai nur um 600 m - im Khangay und Russischen Altai aber >1.000 m betragen, nachweisen lässt (s. Tab. 1, weitere Informationen zum Projekt). Die maximale jungpleistozäne Eisausdehnung konnte auf 28-19 ka datiert werden Während der letzten Eiszeit dominierten in den eisfreien Gebirgsregionen nivale und periglaziale Prozesse mit einer Absenkung des Permafrostes um mindestens 1300 m bis in die Beckenregionen hinein. Während im nördlichen Vorland des Altais Lössakkumulation vorherrschte, war in den intramontanen Becken die weitflächige Akkumulationen von eiszeitlichen Schwemmfächern und Fußflächen (Pedimente / Bels) landschaftsbestimmend. Lössähnliche Sedimente und schluffreiche Kolluvien wurden nach den vorliegenden Lumineszenz-Datierungen in der Schlussphase der letzten Eiszeit, insbesondere im Spätglazial akkumuliert. Weitere Phasen fallen in das Früh- und Spätholozän.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Frank Lehmkuhl

Projektpartner:
Universität Göttingen

Laufzeit:
01/1999 - 02/2001

Förderung:
DFG

Geländearbeiten:
Sommer 1999 und Sommer 2000.

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Abb.1: Geomorphologische Formungs- und Prozessregionen im Altai.
Abb.2: : Staubfluss in Zentralasien (ergänzt nach Nilson & Lehmkuhl 2001) und Lumineszenz Datierungen aus dem Russischen Altai (große Kreise) und Mongolischen Altai (kleine Kreise). Violett: Datierungen von Eisrandlagen, Gelb: Dünensande, Orange: Decksedimente aus Löss und Sandlöss. Rot: Schlufflagen in Fußflächen und auf Terrassen.

Publikationen zu diesem Projekt

  • Lehmkuhl, F. (2011): Pleistocene and Holocene glacier advances in Mongolia and adjacent areas. - INQUA2011-1154 Bern.
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
    Weiterführender Link
  • Lehmkuhl, F., M. Frechen & A. Zander (2007): Luminescence chronology of fluvial and aeolian deposits in the Russian Altai (Southern Siberia).. - In: Quaternary Geochronology 2:195-201. .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Schlütz, F. & F. Lehmkuhl (2007): Climatic change in the Russian Altai, southern Siberia, based on palynological and geomorphological results with implications on climatic teleconnections and human history since the middle Holocene.. - In: Vegetation History and Archaeobotany, 16, 101-118. .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Lehmkuhl, F. & G. Stauch (2006): The kind and distribution of periglacial features and alpine permafrost in eastern Tibet and Mongolia. - In: Yuanming Lai, Wei Ma & Shuping Zhao (Eds.): Asian Conference on Permafrost, Abstracts, Lanzhou, China, August 7-9, 2006, S. 89-90. .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Lehmkuhl, F., M. Klinge & G. Stauch (2004): The extent of Late Pleistocene Glaciations in the Altai and Khangai Mountains. - In: Ehlers, J. & P.L. Gibbard (Hrsg.): Quaternary glaciations - extent and chronologies, Part III: South America, Asia, Africa, Australia, Antarctica. S. 243-254 Oxford..
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  • Klinge, M., J. Böhner & F. Lehmkuhl (2003): Climate pattern, snow- and timberline in the Altai Mountains, Central Asia. - Erdkunde 57, S. 296-308 .
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  • Lehmkuhl, F. (2003): Late Quaternary climatic change and aeolian sedimentation in the Altai region (Mongolia and Russia). . - Berliner Paläobiol. Abh. 2, S. 70-71 .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Nilson, E., F. Lehmkuhl, G. Stauch, A. Zander & M. Frechen (2003): The paleoclimatological significance of dust signals: New luminescense dates from Russian and Mongolian dust source areas. - Schriften der Alfred-Wegener-Stiftung, 06/2003. S. 315-320 .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Stauch, G (2003): Reconstruction of Late Quaternary Glacier Variations in the Mungun Taiga Mountains, Mongolian Altai. - Berliner Paläobiologische Abhandlungen 2, S.113-115 .
    Zugehöriges Projekt: Geomorphologische Klimaindikatoren im Altai und den Alpen
  • Stauch, G. & F. Lehmkuhl (2003): Der Mungun Taiga (Altai-Gebirge) als Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Landsat7-Daten für glazialgeomorphologische Fragestellungen. - Petermanns Geographische Mitteilungen 147, H.1, S. 4-5 .
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  • Stauch, G. (2002): Glazial-geomorphologische Kartierung im Russisch-Mongolischen Altai unter Verwendung von Satellitenbilddaten (Landsat ETM7), GIS, Luftbildern und eigenen Geländebefunden.. - (unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Göttingen) Magisterarbeit (unveröffentlicht).
    Betreuer: Lehmkuhl.
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  • Klinge, M. & F. Lehmkuhl (1998): Zur Geoökologie des periglazialen Kleinformenschatzes im Piffkar, Nationalpark Hohe Tauern. - Wiss. Mitteilungen aus dem Nationalpark Hohe Tauern 4: 205-223 .
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