Spätpleistozäne, holozäne und aktuelle Geomorphodynamik in abflusslosen Becken der Gobi (Südmongolei)

Zusammenfassung

Ziel des Vorhabens ist eine erstmalige Rekonstruktion der jungquartären Landschaftsgeschichte der Südmongolei, ausgehend vom semiariden Khangay-Bergland im N über die hohen Gebirgszüge des Gobi-Altai bis in die abflusslosen Becken der Wüste Gobi. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: (1) Wie ist das glazifluviale bzw. periglazial-fluviale System der Gebirge mit dem fluvial–äolischen bzw. limnischen System der abflusslosen Becken im Sinne einer „Highland-Lowland“ Interaktion verknüpft?(2) Wie ist die zeitliche Einordnung der unterschiedlichen Systemglieder, vor allem der Sanddünen in der Gobi und der Sandlössdecken der Gebirge?Um dies zu klären, soll mit Hilfe von Transekten und sedimentologisch-stratigraphischen Methoden eine systematische Studie der verschiedenen, höhenstufenabhängigen Formungs- und Prozessregionen durchgeführt werden. Nach der Erstellung einer quartären Morphostratigraphie mit Hilfe von Leitprofilen werden wichtige Sedimentschichten mittels physikalischer Altersbestimmungsmethoden (Lumineszenz, 14C) datiert, um erstmals eine Chronostratigraphie mit hoher Auflösung für die Gobi-Region zu erhalten. Besonderes Augenmerk gilt den äolischen Sedimenten (Sand, Sandlöss, Löss) und deren rezenter Dynamik. Ein 2004 entwickeltes Modell des Sand- und Staubtransportes in Zentralasien soll mit Hilfe der Untersuchungsergebnisse verifiziert werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Frank Lehmkuhl
Thomas Felauer, M.A.

Antragsteller:
Prof. Dr. Frank Lehmkuhl
Lehrstuhl für Physische Geographie und Geoökologie
Geographisches Institut der RWTH Aachen
[email]

Prof. Dr. Jörg Grunert
Geographisches Institut der Universität Mainz
[email]

Prof. Dr. Ulrich Radtke
Geographisches Institut der Universität zu Köln
[email]

Förderung:
DFG

Laufzeit:
07/2007 – 07/2010

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