Supra-regional signal pathways and long-time archives: Quaternary monsoon dynamics at the northern margin of the Tibetan Plateau

Zusammenfassung

Das Projekt „Supra-regional signal pathways and long-time archives: Quaternary monsoon dynamics at the northern margin of the Tibetan Plateau”, (kurz: QuaSi) nimmt anhand von Langzeit- und rezenten Sedimentarchiven spätquartäre Klimaentwicklungen in den Fokus. Das Team besteht aus Geowissenschaftlern der RWTH Aachen, des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) Potsdam, der Freien Universität Berlin und chinesischen Kooperationspartnern der Nanjing University.


Das endorheische Gaxun-Nur-Becken Nordchinas dient als Zwischenspeicher einer überregionalen Sedimentkaskade. Zum Einzugsgebiet des Beckens (~180.000 km2) gehören sowohl südliche Regionen der Mongolei als auch der Nordostrand des Tibetplateaus mit dem Qilian-Shan-Gebirge. Das Becken selbst ist vollarid und stellt den vorherrschenden N-NW-Winden große Sedimentmengen zur Verfügung. Die im SO anschließenden Sandwüsten (Badain Jaran und Tengger Shamo) sowie das Chinesische Lössplateau sind die unmittelbaren Ziele dieser Kaskade. Darüber hinaus werden feinschluffige Partikel mit der nordhemisphärischen Westwindzirkulation bis in den Nordpazifik und nach Nordamerika und Grönland transportiert.
Durch eine 230m tiefe Sedimentkernbohrung aus dem Sommer 2012 wird ein das Quartär umfassendes Langzeitarchiv aufgeschlossen, dessen Sedimente hochaufgelöst beprobt und mit einem breiten Methodenspektrum (Geochemie, Granulometrie, Mineralogie, Paläomagnetik) analysiert werden. Die gewonnenen Ergebnisse ermöglichen die die Landschafts- und Klimarekonstruktion dieses klimatisch sensiblen Raumes. Darüber hinaus soll so die Bedeutung des Gaxun Nur-Beckens für die Sedimentlieferung zum Chinesischen Lössplateau ermöglichen und Rückschlüsse auf die zeitliche Variabilität der nordwestlichen und südöstlichen Monsunanströmung zulassen. Granulometrische, geochemische und mineralogische Analysen aus dem gesamten Einzugsgebiet ermöglichen die Extrapolation in die Fläche und liefern Herkunftinformationen, sowie Verbreitungsmechanismen und -muster der Sedimente. Die Punktdaten aus der Tiefbohrung werden so um eine weitere Dimension erweitert. Die Ergebnisse ermöglichen eine der Größe des Einzugsgebiet angemessen detaillierte Entschlüsselung der Sedimentkaskade im Übergang von den tibetischen Hochländern im Süden zu den mongolischen Trockengebieten der Gobi unter Berücksichtigung der zeitlichen und räumlichen Monsunvariabilität.

Wissenschaftliche Leitung

Ansprechpartner (RWTH Aachen University)

Laufzeit

bis 2014

Förderung

BMBF

Projektpartner

  • Prof. Dr. Bernd Wünnemann (Nanjing University, China)
  • Prof. Dr. Bernhard Diekmann (AWI Potsdam)
  • Prof. Dr. Klaus Reicherter (RWTH Aachen)
  • Dr. Kai Hartmann (FU Berlin)
  • Prof. Lu Huayu (Nanjing University, China)

Weiterführende Links

 
 

Foto 1: Bohrung im Gaxun Nur-Becken (2012).

 
 

Foto 2: Probennahme aus einem Lössaufschluss im Qilian Shan (2012).