HEARTs – Headway or Escape? The Anthropogenic Riverscape Transition in the Eastern Harz Mountains

 

Teil vom DFG priority programme: SPP 2361 - On the Way to the Fluvial Anthroposphere

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Einfluss und Dynamik anthropogener Inwertsetzung im Selke Einzugsgebiet mit besonderem Fokus auf der Auenentwicklung.

Das Projekt HEARTs fokussiert die Entwicklung der Auenlandschaften und der fluvialen Gesellschaften im Einzugsgebiet der Flüsse Bode und Selke. Flussauen als integrativer Bestandteil von Flusssystemen stehen im Spannungsfeld zwischen der Funktion als natürliche Überflutungsflächen sowie der Funktion als nährstoffreiche Flächen und als Standorte mit hohem Wasserkraftpotential. In besonderer Weise gilt dies in den Mittelgebirgen. Die naturräumlichen Vorrausetzungen in Mittelgebirgen mit insgesamt wenigen Gunsträumen bedingen dabei Nutzungskonflikte.

Die 64 km lange Selke mit einem Einzugsgebiet von 468 km² ist ein typisches Beispiel für einen Mittelgebirgsfluss. Während Ober- und Mittellauf tief in den Harz eingeschnitten sind und geprägt sind von kleinen, steilen Einzugsgebieten, erstreckt sich der Unterlauf im lössdominierten, flachen Harzvorland. Der Einfluss des Menschen setzt im Ober- und Mittellauf mit bergbaulichen Tätigkeiten seit dem Neolithikum ein. Im Mittelalter weitet sich dieser Einfluss durch den Bau von Verhüttungsanlagen, Mühlwerken sowie weiteren wasserbaulichen Anlagen aus. Der Bergbau und die damit vergesellschafteten Industrien führten zu einem extremen Holzbedarf in der Region, der sich in mehreren intensiven Entwaldungsphasen äußerte. Das Fluss – Aue System sowie die Konnektivität zu den Hanglagen ist dadurch massiv gestört worden.

Zielsetzung des Projektes ist es Zeitphasen unterschiedlicher Landnutzung zu identifizieren und deren Einfluss auf das Fluss - Aue System zu quantifizieren. Methodisch gelingt dies über einen multidisziplinären Ansatz bei dem sowohl archäologische Funde und historische Quellen berücksichtigt als auch geowissenschaftliche Methoden (Fernerkundung, geophysikalische Prospektion, Bodenchemische Analytik) angewendet werden.

Kernfragestellung dabei ist: Ist der Weg in die fluviale Anthroposphäre am Mittelgebirgsrand des Ostharzes Aufbruch in einen vielversprechenden neuen Lebensraum begünstigt durch technischen Fortschritt, oder Flucht vor sich verschlechternden Bedingungen? Was sind die Push und Pull Faktoren, die die Migrationsbewegungen im Harz verursachten oder begünstigten?

  Karte vom oberen Flussgebiet der Bode und Hauptnebenfluss der Selke Urheberrecht: © J. Keßels  
Laufzeit 04/2023 - 03/2026
Förderung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 509913955
Projektpartner

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt
Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen Anhalt