Toxic Floods

 

Machbarkeitsstudie zur Charakterisierung von Sedimentsystemen als Archive flut-induzierten Schadstofftransports in sommerfeuchten subtropischen/tropischen Flüssen und angrenzenden urbanen Bereichen

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Frank Lehmkuhl

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  Karte des Untersuchungsgebiets im Südosten Indiens Urheberrecht: PGG Karte des Untersuchungsgebiets.

Hochwasserereignisse als Folge von Starkregen stellen generell ein Georisiko in Fließgewässersystemen dar. Die durch verschiedene Emissionsquellen kommunale Abwässer, Industrieeinleitungen, moderne Landwirtschaft in die Flüsse eingetragenen Schadstoffe mitsamt ihren (öko)toxikologischen Effekten werden durch Hochwässer maßgeblich verteilt. Teilweise werden diese Belastungen, besonders als partikel-assoziierte Kontaminationen, in den Überflutungsflächen abgelagert. Dadurch können sich hier unter geeigneten Bedingungen Sedimentarchive bilden, die die Belastungshistorie des Fließgewässersystems widerspiegeln.
In Südost- und Südasien sind Oberflächengewässer bekanntermaßen häufig relativ stark belastet, dies gilt für die Wasserphase aber auch für das partikuläre Material. In diesen sommerfeuchten (sub)tropischen Gebieten sind Flüsse stark durch Hochwässer, die besonders durch den Monsun verursacht werden, betroffen. Untersuchungen zur Rekonstruktion der Belastungshistorie in den korrespondierenden Sedimentarchiven der Überflutungsflächen sind hier bislang nicht erfolgt.

  Zwei Fotografien, die die Beprobung und einen weiteren Probenstandort am Cooum zeigen Urheberrecht: F. Lehmkuhl Beprobung (oben) und weiterer Beprobungsstandort (unten) am Cooum.

Solche Untersuchungen müssen aber für eine erfolgreiche Durchführung einige Voraussetzungen erfüllen. Neben der Zugänglichkeit zu geeigneten Sedimentdepots, müssen sedimentologische Charakterisierungen eine Eignung der Archive bestätigen. Weiterhin ist es wichtig, geeignete Indikatorsubstanzen, zum Beispiel quellenspezifische Lipophile und umweltstabile Schadstoffe, zu identifizieren. Diese Machbarkeitsstudie ist daher konzipiert worden, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erfassung der Belastungshistorie eines indischen Flusssystems, die Flüsse Cooum und Adyar, durch die Analyse von geeigneten Sedimentdepots auf Überflutungsflächen zu untersuchen. Im Wesentlichen sollen, erstens, geeignete Sedimentdepots für eine Belastungsrekonstruktion identifiziert und beprobt werden und, zweitens, spezifische Kontaminanten erfasst werden, die geeignet sind als Indikatoren verschiedene Emissionsquellen zu reflektieren. Essenziell für die erfolgreiche Umsetzung war und ist in Zukunft die Kooperation mit den Partnern des Indian Institute of Technology Madras vor Ort.

 
Laufzeit 03/2019 - 10/2019
Förderung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Sachbeihilfe
Projektpartner

Prof. Dr. Jan Schwarzbauer Lehrstuhl für Geologie, Geochemie und Lagerstätten des Erdöls und der Kohle, RWTH Aachen
Prof. Dr. B. S. Murty – Fakultät für Bauingenieurwesen, IIT Madras
Prof. Dr. Balaji Narasimhan – Fakultät für Bauingenieurwesen, IIT Madras