„Alte“ Sedimente in der „Neuen“ Inde?

12.05.2020
Flussverlegung der Inde Urheberrecht: V. Esser

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Das Projekt „Floodpollution“ beschäftigt sich mit der Ausbreitung von sedimentgebundenen Schadstoffen durch Hochwasserereignisse.

 

Zum Projekt: Floodpollution

Das Flusseinzugsgebiet der Inde wurde in der Vergangenheit stark von Erzabbau und Verhüttung, Messingindustrie, Steinkohlebergbau und vielen anderen damit verbundenen Industriezweigen geprägt. Dies hat vor allem im Raum Stolberg und Eschweiler zu anthropogen erhöhten Gehalten von Schwermetallen, beispielsweise Zink, Blei und Kupfer, in der Umwelt und auch in den Flusssedimenten geführt. Von besonderem Interesse im Projekt ist an der Inde eine circa 13 km lange Flussverlegung im Unterlauf, die aufgrund des fortschreitenden Braunkohletagebaus erforderlich wurde. Dieser neue, naturnah angelegte Flussabschnitt wurde im Jahr 2005 an die Inde angeschlossen. Als Baumaterial für das vollständig neue Flussbett wurde das Substrat „Forstkies“ verwendet, welches sich unter anderem durch geringe Hintergrundgehalte verschiedener Spurenelemente charakterisiert. Diese Hintergrundgehalte unterschreiten deutlich die typischen Wertebereiche an der Inde flussaufwärts.

Untersuchungen von Flussbettproben innerhalb der Inde Neuverlegung zeigen, dass es im Flussbett zwischen 2005 und heute zur Anreicherung von, unter anderem, Zink, Kupfer und Blei gekommen ist, die sich durch Gehalte charakterisiert, die deutlich höher liegen als die Hintergrundgehalte des „Fortskieses“. Die Analyse von Hochwassersedimenten ergab, dass diese Anreicherung auf den sedimentgebundenen Schadstofftransport zurückzuführen ist, der vor allem auf natürliche Weise durch Hochwasserereignisse gesteuert wird. Bei diesen Vorgängen spielen flussaufwärts liegende Flussabschnitte die Schlüsselrolle.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in: A decade of fluvial morphodynamics: relocation and restoration of the Inde River (North‑Rhine Westphalia, Germany)